
Wie funktioniert die Laserbehandlung von Tattoos und die selektive Photothermolyse? (Dr. med. Harald Bresser)
Die verschiedenen Laserarten eignen sich sehr unterschiedlich zur Tattoo-Entfernung. Im folgenden erläutern wir die modernste Form der Tattoo-Beseitigung: die “selektive”, also “gezielte” Pigmentbeseitigung. Dabei werden die Farbpigmente in der Haut mit ultrakurzen Laserimpulsen beschossen. Bisher kann man dazu nur 2 Lasertypen nutzen: die sogenannten “gütegeschalteten” oder “q-switch”- Rubin-Laser und Nd-Yag-Laser. Beide Laserarten sind nur dann geeignet, wenn sie die Zusatzfunktion “Güteschaltung” oder “q-switch” enthalten.
Gütegeschaltet bedeutet dabei, dass Laserlicht über den physikalisch langen Zeitraum von einigen tausendstel Sekunden “gesammelt” wird und dann in einem “komprimierten” Lichtblitz auf die Haut geschossen wird. Dieser Lichtblitz ist nur wenige Milliardstel Sekunden lang. Die Energieleistung dieses Lichtblitzes ist sehr hoch, nämlich etwa 20-40 Megawatt. Das ist die Leistungsfähigkeit von Lokomotiven oder Schiffen. Der Lichtblitz ist dabei zu kurz, um die Haut zu verbrennen. Das Licht “erkennt” jedoch “selektiv” die farbigen Tattoo-Pigmente oder auch den Farbstoff der Altersflecken in der Haut. Die Lichtenergie zertrümmert durch ihre Schockwelle das Pigment – wie ein Hammerschlag eine kleine Glaskugel zerbröselt. Das umliegende Hautgewebe reagiert auf die extrem kurzen Laserschüsse nicht und bleibt “unverletzt”. Man nennt dieses Verfahren “selektive Photothermolyse” (oder auf deutsch: “gezielte Lichtauflösung”). Die Schockwelle des Lichts bewirkt eine photoakustische, mechanische Schädigung des Farbpigments durch den Laserschuss. Die Farbpigmente werden über Blutbahn sowie Lymphsystem abtransportiert. In den Lymphknoten bleiben von außen unsichtbar jahrelang Pigmentrückstände nachweisbar. Aus diesem Grund sollte bei einer Allergie gegen Tattoo-Farben keine selektive Photothermolyse erfolgen – die Allergie verlagert sich sonst u.U. von der Haut in die Lymphknoten.
Eine Photothermolyse ist möglich bei zahlreichen Pigmenten in der Haut, zB Tusche, Tattoofarben, Melanin-Pigment, Teer, Pulverschmauch, Kohle, Metallen, bei Tattoos, dunklen Hautflecken (Lentigines, Nävus Ota, Cafe au lait-Flecken; Nävus spilus, Becker-Nävus, Melasma, postentzündliche Hyperpigmentierungen) und Schmutz- einsprengungen (zB durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern), und nicht zuletzt bei Permanent-Make-Up.
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Tags: Farbpigmente, Laserbehandlung, ND:YAG Laser, Photothermolyse, Pigmentbeseitigung, Pigmententfernung

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